Montag, 31. Mai 2010

Neuseelandzufälle die ... Dritte, Vierte, Fünfte, ... ??!?

Und an dieser Stelle mal wieder ein Kapitel, der allseits beliebten Kategorie: Neusselandzufälle!

Während ich ahnungslos im I-Site (der neuseeländischen Touristeninformation) zugange bin und mich durch die Prospekteflut von Angeboten schlage, die ich mir eh nicht leisten kann, höre ich plötzlich hinter mir meinen Namen rufen ... ein Blick zurück ... und schon liege ich mir mit Vanessa in den Armen.
Vanessa habe ich auf Stewart Island kennengelernt. Wir haben dort eine Zeit lang gemeinsam gearbeitet und gewohnt. Sie ist Anfang April von dort abgereist und wir hatten seitdem keinen Kontakt mehr.
Heute nun das Widersehen und lachendes Schnattern... natürlich in englisch (mal selbst auf die Schulter klopf... *lach*) ....



Ansonsten: Si-Sa-Sonnenschein :o)
Tralla ... wie schön ....
Und Wäschewaschtag und Kochtag ... Großportion für ... hm, naja.... sagen wir mal 2,5 Tage...

Sonntag, 30. Mai 2010

Ja, ich will!

Ich stelle fest, dass, wäre Neuseeland männlich, ich meinen Traummann wohl gefunden hätte...
Ich würde sofort "Ja" schreien.. "Ja, ich will!".
Vermutlich aber verfügt kein männliches Wesen der Welt über all die Eigenschaften, die mich immer wieder zur Sprachlosigkeit bringen, dazu, dass mir der Atem stockt, die tag-täglich dieses Bauchkribbeln und diese Explosion von 1000 ausschwärmeden Schmetterlingen in meinem Bauch auslösen, das Gefühl, laut zur Automusik mitsingen zu wollen und dabei ein breites Grinsen über mein Gesicht fliegt. Selbst in grauen Zeiten, wenn es trübe und dunkel vom Himmel über mich herrein bricht, selbst dann funktioniert er noch - der Zauber. Neuseeland hat mich verzaubert, soviel steht fest..

Der heutige Tag beginnt sonnig.
Seit genau einer Woche die ersten Sonnenstrahlen, die mich beim Aufwachen an der Nase kitzeln, sodass ich die Augen zusammenkneifen muss.
Es ist trotzdem kalt im Auto und ich ziehe mir den Schlafsack so weit über den Kopf, dass nur noch meine Nasenspitze herausragt.
Wohlig liege ich so in meinem "Daunenrundumpaket" und beschließe, heute direkt weiter zu fahren nach Nelson.

Nelson, das war damals meine 2. Station auf der Südinsel, zusammen mit Carina.
Ich denke an Carina und frage mich, wie es ihr wohl gerade in Auckland geht.
Die Frage ist überflüssig weil ich weiß, dass es ihr gut gehen wird und sie gerade die Zeit erlebt, auf die sie schon so lange hin gefiebert hat.... ;o)
Ich freu mich für dich und bin jeden Tag in Gedanken bei dir, versprochen! :o)

Nach meinem üblichen Porridge-Frühstück gehts los.
Rein ins Auto, Musik an... und ab die Post.
Es ist seltsam, plötzlich wieder die Sonnenbrille aufziehen zu müssen und wärmende Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren.
Zum ersten Mal seit einer Woche sehe ich wieder so etwas wie "Kulisse" und "Horizont"...
Der "Indian Summer" ist zurück....
Ich fahre durch weite Täler, voll mit Rebstöcken an denen gelbe Blätter golden im Sonnenlicht funkeln, der Himmel strahlend blau und der Rasen saftig grün - ja, trotz Herbst - ein Baummix von kahlen, bunten und grünem Laub zieht an mir vorbei... Hügel in unterschiedlichen Farbtönen und Berge... hohe Berge ... meine Kulisse bilden schneebedeckte Gipfel. Dazwischen Schafe, Kühe, romantische Häuschen inmitten von Feldern... Ich atme tief ein und würde am liebsten die Augen schließen... das geht leider nicht beim Fahren und so lasse ich sie besser offen.
Der Mitfahrer fehlt, was leider dazu führt, dass es keine Fotos gibt.
Ich genieße die Fahrt und komme gegen Mittag in Nelsons strahlendem Sonnenschein an.
Nelson liegt direkt am Wasser - am Marlbourogh Sound - und die Bergketten mit weißen Gipfeln hinter der Wasserfläche spiegeln sich im tiefen blau des Soundes..
Diese Berge dort drüben werden nun bald wieder mein Ziel sein. Genau durch diese Berge wird es am kommenden Sonntag zurück auf die Nordinsel nach Wellington gehen.

Der Abschied rückt näher und obwohl ich mich bemühe, nicht daran zu denken, so ist es doch mehr als deutlich, dass sich die Tage nun fast an einer Hand abzählen lassen, die mir noch auf der Südinsel bleiben.
Nelson... Nelson ist ein Ort für mich, mit dem ich so viel verbinde.. hier ging sie damals los, meine Südinseltour.
Und hier begann sie auch, die Zeit "danach".. hier führte ich jenes schreckliche Telefonat, was alles zukünftige in die Richtung lenkte, in die es jetzt geht. Es ist seltsam, nach Monaten an dem Ort zu stehen, der einmal so viel Bedeutung für mich hatte und mir soviel Emotionalität abverlangt hat.
Es ist vorbei und die Wunden heilen, auch wenn das damals unvorstellbar schien...

Hier werde ich nun meine letzten Tage auf der Südinsel verbringen.
Ich möchte gern noch Norwestzipfel sehen, habe aber heute gelesen, dass man dort nur mit geführten Touren hin kommt. Somit muss ich das morgen nochmal klären, inwieweit sich eine Fahrt dorthin lohnt.

Hach ja... mir geht es gut... sehr gut :o)
Viele Grüße also aus Nelson an euch alle!

Eure Ariane

Nelson

Aufbruch...

Bevor ich Chrischurch den Rücken kehrte, habe ich es tatsächlich doch noch geschafft:
Ich war im Canterbury Museum. Vorab musste ich mich durch eisigen Hagelschauer schlagen, bevor ich plitschnass das Museum erreichte.
Das Museum selbst war richtig toll gemacht. Wer mich kennt, wird wissen, dass ich kein pasionierter Museumsbesucher bin und mir zuweilen die Ausdauer fehlt, mich gebührend auf jedwede Exponate einzulassen.. Natürlich verharrte ich auch gestern nicht in der Verweildauer, wie es manch Anderer sicher tun würden, dennoch fand ich die gesamte Ausstellung richtig klasse. Es war im Grunde alles zum Thema "Neuseeland" zu sehen, auf total kreative und anschauliche Art.. angefangen von der Geschichte, den Maoris, der Kultur, der Natur, globale Einflüsse, Wirtschaft... Es war wirklich toll dargestellt und vermutlich ein Erlebniss für jeden, der Museen noch mehr liebt, als ich.
Danach gönnte ich mir ein leckeres Starbucksgetränk und fühlte mich doch glatt ein wenig wie zu Hause, als ich am Bus stand, frierend, weil ich einen Handschuh verloren hatte, und die Wartedaueranzeige der Busankunft - ganz wie in Berlin - ewig brauchte, bis sie auf Null runter war...
...
Ein weiterer Tag in strömendem Regen folgte, es war nicht nur nass sondern auch verdammt kalt.
Nach einigem Hin - und - Her, wie es nun weiter gehen soll, entschied ich mich für folgenden Plan. Ob es die richtige Entscheidung war, ich weiß es nicht, das wird sich am Ende zeigen. Ich hatte jeweils 2 Wwoofing-Zusagen - eine auf der Nord- und eine auf der Südinsel. Ich cancelte beide, für eine Job-Option auf der Nordinsel, die am 14.6. beginnt, ich muß am 12.6. da sein.
Demnach bleibt mir nun nicht mehr viel Zeit, um all das zu sehen, was ich noch sehen will und ich muss nun im Schnelldurchlauf meine Lücken auf der Neuseelandkarte schließen. Heute ging es also raus aus Christchurch - die Stadt, die mir trotz Regen, sogar etwas ans Herz gewachsen war, sicher auch, weil der Campgrpund so nett war.

Ziel für heute sollte Kaikoura sein. Ich war dort schon mit Jörn, aber auf dem Weg nach Norden durchquert man die Stadt unwillkürlich.
Es goss die gesamte Fahrt über in Strömen, sodass ich weiter fuhr, bis nach Blenheim. Was sollte ich auch im Dauerregen in Kaikoura??
Habe heute also gut 300km zurückgelegt. Wer meint, dass ich da doch das Regengebiet irgendwie mal abgehängt haben sollte, der liegt falsch. Nicht nur Musik, sondern auch das Dauerprasseln auf meinem Autodach war mein Begleiter die gesamte Fahrt hierher.
Trotzdem schaffte es die Landschaft mal wieder mein Herz im Sturm zu erobern - selbst bei grauem Regen.
Beim Fahren durch die typischen Weiten der Neuseelandhügel .. ja, da ging mir doch einmal mehr das Herz auf. Ich überlegte, wo ich solche Landschaft in Europa finden könnte, aber mir fiel nichts ein... Der Zauber Neuseeland: Er wirkt wie eh und je - egal bei welchem Wetter. (zumindest bei mir ;o)

Nun sitze ich in Blenheim - eine Weinstadt. Ringsum ist alles voller Weinfelder und das Örtchen doch belebter, als erwartet.
Bevor es morgen weiter nach Nelson geht, werde ich mich nochmal auf einen kleinen Fußmarsch durch die "City" begeben.
In Nelson würde ich dann gern ein paar Tage bleiben, wobei ich schauen muß, dass ich den ganzen Westzipfel der Nordinsel noch schaffe.
Ich hoffe, dass das Wetter einigermaßen mitspielt, sodass ich die doch recht einsame Fahrt dorthin bei halbwegs Sonnenschein erleben kann.
Am 06. Juni geht dann meine Fähre zurück auf die Nordinsel.
Wie sich das anfühlt, kann ich kaum beschreiben. Beim letzten Verlassen der Nordinsel wußte ich, dass ich wieder kommen werde und es nur ein befristeter Abschied ist. Zurück auf die Südinsel werde ich nun nicht mehr kommen. Neuseeland geht vorbei - im Moment in riesigen Schritten.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Zum ersten Mal ...

Zum ersten Mal scheint in Neuseeland die Zeit für mich still zu stehen und ich wünschte mir doch tatsächlich, dass ich die Uhr nach vorne drehen könnte.

Seit Jörn Abreise geht hier die Welt unter: Dauerregen ohne Ende!
Ich kann weiterhin nichts machen und sitze damit in Christchurch fest.
Das heißt im Klartext: ich Gammel mich so durch den Tag! Quasi 5 aneinandergereihte deutsche Herbstwochenenden am Stück, wo man nix, aber auch so gar nix Konstrucktives macht...
Woanders hinzufahren ist ebenso sinnlos, da es an allen relevanten Orten, die für eine Weiterreise in Frage kämen, genauso regnet.
Somit bleibt mir nichts anderes übrig, als abzuwarten und viel, viel Tee zu trinken....

Mein Plan war und ist ja, es wenigstens bis zu ein paar Museen in die Stadt zu schaffen, somit hoffe ich heute auf wenigstens kurzweilige Lücken, um den Weg dorthin nicht komplett aufgeweicht zu überstehen. Für Jemanden, der am Abend in ein warmes Haus kommt, wäre auch das sicher kein Problem - feuchte Klamotten, mein ich. Da mein Domizil nun aber ein Auto ist, machen sich nasse Sachen weniger gut - es trocknet nämlich nix mehr. Selbst meine Handtücher von der morgendlichen Dusche sind am Abend genauso nass, wie in dem Moment, als ich sie mir pitschnass aus der Dusche kommend, um die Hüften schwang. Somit habe ich mir nun angewöhnt, die erste Tageshälfte im Aufenthaltsraum meines Campgroundes zu verbringen, meine Internetflatrate zu strapazieren und meine Handtücher auf der Heizung trocknen zu lassen.

Gestern erkundete ich danach dann voller Tatendrang ein naheliegendes Einkaufszentrum mit überdachtem Parkplatz und ließ mir dort eine Schnäppchenfrisur für $10 verpassen (gute 5€). Nunja, im Grunde war es nur ein Haircut - eben wie ich es wollte. Meine Selbstverstümmelungen korrigieren... zum Backpackerpreis ...
Auf dem Weg dorthin entdeckte ich, dass es Straßenecken gibt, die wahrlich nicht mehr von Flüssen zu unterscheiden sind. Seitenarme des Avon, der durch Christchurch fließt, haben an diesen Stellen schon gleiche Höhe mit der umliegenden Straße erreicht und Sandsäcke wurden verteilt, um die Wohnhäuser dahinter zu schützen...
Ein Hoch auf den, mit einer Heitzung und Couchen bestückten, gemütlichen Aufenthaltsraum des Campgroundes - im Moment mein Himmelreich :o)

Nunja, die Wettervorhersage verspricht ab kommender Woche Besserung.
Ich hoffe stark darauf, sodass ich meine Reise fortsetzen kann ohne meinen Van dafür in ein Boot tauschen zu müssen.

Dienstag, 25. Mai 2010

Dauerregen und ein Tag in der Uni

Beim Blick auf Wettervorhersage kriege ich kalte Füße...
Im wahrsten Sinne des Wortes. Bis Sonntag steht Dauerregen, wahlweise stark bis mittelstark zur Auswahl.
Ich mache mir heute einen faulen Tag und beschließe, mich keinen Meter von der Heizung des TV-Rooms wegzubewegen. Das spart Geld und unnötigen Verlust von Körpertemperatur und -trockenheit.
Ein Segen, dass es W-Lan und meine Internetflatrate gibt - das war doch mal eine gelungene Investition. Wenn ich jetzt noch samt Schlafsack und Klamotten in den mit gemütlichen Couches bestückten TV-Room umziehen dürfte, ja dann wäre ich doch tatsächlich zufrieden.

Im Zuge aufkommenden Kommunikationsdefizites hatte ich auf einem Neuseelandforum (Internetseite) nach Leuten aus Christchurch gesucht, die mal Lust haben auf einen Kaffee - um meine Kommunikation nun eben nicht gänzlich auf das Internet zu beschränken - ...
... und siehe da, Jean-Paul erbarmte sich meiner und ich bin nun in den Genuß einer warmen Wohnung gekommen. Er ist Deutscher, lebt und arbeitet aber hier in Christchurch an der Uni als Prof. Damit ich auch mal "richtig was erlebe" hier in der Stadt, hat er mich gerade mit in die Uni genommen und ich werde mir gleich eine Vorlesung über "Stadtplanung" anhören. Die Uni liegt 20km vor Christchurch und genauer genommen ist es nur der Teil der Uni, wo sich die PHD'ler aufhalten und ihre Kurse machen. Na Jörn, schön, wie ich mit dem Wort umgehen kann, was!? ;o)
PHD = Menschen, die ihren Doktor machen... *lach*
Hier an der Uni im Landwirtschafts- und Agra- bzw. Stadtplanungsbereich.
Also nicht wirklich mein Gebiet. Aber nunja... meine erste Vorlesung, seit laaanger Zeit, die ich mir gleich anhören werde. Irgendwie ja schon witzig, in was für Situationen man kommen kann... Wer hätte gestern noch gedacht, dass ich heute in der Uni sitzen und an einer Vorlesung über Stadtplanung teilnehmen würde... *lach*
Neben dem ist es hier warm und trocken und es gibt kostenlosen Kaffee und kostenloses W-Lan...

Wie einfach ist man doch als Backpacker im kalten Regen zufrieden zu stellen! :o)

... Ergänzung: Vorlesung war gar nicht so übel, obwohl ich nur die Hälfte verstand. Durfte mir 3 Referate von Studenten anhören, zum Thema "Freedom Camping in New Zealand" (fühlte mich irgendwie angesprochen... ) und Verkehrsituation in Christchurch... Public Transport und Autoverkehr ...

Montag, 24. Mai 2010

Und wieder ein neues Kapitel...

Etwas orientierungslos verbringe ich nun meinen ersten Tag hier alleine in Christchurch.
Gestern ging es für Jörn zurück nach Deutschland und der Abschied fiel dann doch schwerer als erwartet.

Ich habe mir nun zu allererst mal eine 1-Monats-Internetflaterate gegönnt, um zumindest kommunikativ nicht auf der Stecke zu bleiben.
Allerdings ist diese Flatrate an einen bestimmten Hotspotanbieter gebunden, sodass ich nun hoffe, dass mir dieser im kommenden Monat oft über den Weg laufen wird, sodass sich die Investition gelohnt hat. Außerdem besteht hier natürlich auch wieder eine Beschränkung der Datenmenge, sodass unbegrenztes Skypen mit Kamera nicht wirklich in Frage kommt und ich natürlich weiterhin gern auf kostenlose Quellen zurückgreife, um größerer Datentransfere übers Internet abzuwickeln.

Für heute, Montag, habe ich mir nun vorgenommen, die Bilder der letzten Tage mal zu sortieren und auch meine Gedanken, was ich nun mit meinem letzten freien Monat hier in Neuseeland anstelle.

Damit ich dafür nicht den ganzen Tag im Aufenthaltsraum des Campgrounds sitzen muss, dachte ich mir, fahr ich in die Stadt.
$2,80 pro Strecke für die Busfahrt investierend, war es mein Plan, mich entweder in die Bibliothek zu setzen, wo es kostenloses Internet gibt oder dann doch zu Starbucks. Bei Letzterem waren leider keine Steckdosenplätze frei und ich hätte kein Internet gehabt ... hier in der Bibliothek hab ich nun einen Platz mit Power ergattert, dafür geht jetzt das Internet gerade aus irgendeinem Grunde nicht.

Kurz zu den letzten Tagen mit Jörn.
Unsere Schlußrunde führte und von Hanmer Springs (Landesinnere) nach Kaikoura an die Ostküste.
Dort wollten wir eine Delfin-Tour machen. Das Wetter war perfekt vorher gesagt und bei Traumsonnenschein erreichten wir Kaikoura.
Leider fand die Tour dennoch nicht statt, da die Gruppe mit 10 statt 12 Leuten zu klein war.
Wir hatten uns beide aus den Ausflug gefreut und waren dementsprechend entäuscht, dass es nicht klappte.
Stattdessen sahen wir uns nun Kaikoura an und mal wieder ein paar Robben.
Kaikoura
Am späten Nachmittag ging es dann zurück nach Christchurch, mit einem Abschiedsessen in einem leckeren burmanesischen Restaurant.
Es gab z.B. Teeblättersalad und Tee-Sorbet... beides sehr lecker....

Der Sonntag war dann Abschiedtag - wir beide packten - Jörn bekam von mir ein Gepäckstück mit nach Hause, da ich mich diesbezüglich ja wegen Australien reduzieren mußte. Tja... und nun sitzt er wieder im Flieger und sollte gerade irgendwo zwischen Bangogk und Dubai schweben.
Christchurch - Jörns letzter Tag

Etwas bedröppelt von der Umstellung, versuche ich mich nun wieder neu zu strukturieren, was mir, zugegebenermaßen, gerade noch etwas schwer fällt.
Es waren halt doch 3 Urlaubswochen und es war schön, die Dinge gemeinsam zu erleben bzw. sie mit jemandem teilen zu können, der einem Nahe steht.

Meine eigentliche Planung war ja die, langsam in Richtung Norden zu reisen und idealerweise noch 1-2 Wochen irgendwo zu wwoofen, um Unterkunftskosten zu spraren. Allerdings habe ich Christchurch und Umgebung noch gar nicht richtig gesehen, sodass ich das gern noch tun möchte, bevor ich hoch fahre.
Das Problem ist, dass es für die komplette kommende Woche im gesamten größeren Umkreis total verregnet angesagt ist und nicht der Ansatz von Sonnenstrahlen in Sicht.
Das macht es mir natürlich sehr schwer zu planen.
Hier im Regen rumzusitzen ist doof und kostet Geld, weiterfahren aufs Land im Regen ist auch doof, weil man eh nix sieht und sich die Frage stellt, was man im Busch mit Regen anfangen kann....
Ich bin unschlüssig und weiß gerade nicht so recht, wie ich jetzt am Besten weitermachen soll.

Werde mich also noch ein wenig in den Seilen hängen lassen, bis ich die Nase voll habe und weiter fahre... ob mit oder ohne Regen.

Einen schönen Pfingstmontag zu euch und genießt den Sommer... :o)

Freitag, 21. Mai 2010

Karamea - Hanmer Springs

Schweren Herzens namen wir heute Abschied von unserer Sonnenecke des Landes.
In der allabendlichen Wettervorhersage blickten wir die letzten Tage lächelnden Gesichtes auf das gesamte verregnete Neuseeland. Selbst sonnensichere Ecken verschwanden in trübem Grau - lediglich unser Zipfel glänzte mit einem Sonnensymbol :o)
Somit konnten wir die letzten Tage am Ende des SH 67 doppelt genießen. Der Highway endete hier, kurz hinter Karamera in einer Schotterpiste und schließlich am Meer. Genau dort machten wir heute noch einen kleinen Walk durch den Regenwald mit dem Ziel eines tollen Beaches. Dieser war wirklich traumhaft...
Karamea Scotts Beach Tour

... fanden allerdings auch Millionen von Sandflys, die sich blutlüsternd auf uns stürtzten, nachdem wir gerade 2 Sekunden das sich vor uns auftuende Patradies genossen haben. Kein guter Pausenplatz also nach dem gut einstündigen Walk, sodas wir wie Vertriebene, schneller aus dem gerade erst gewonnen Idyll wieder flüchteten...
Blöde Viehcher! Ja, Sandflys sind schon eine wahre Plage und schaffen es, einem jeden Ausflug zum Strand zu versauen. Jeder Traumstrand wird binnen Sekunden zum Alptraum und der rettende Schatten zum Heiligtum des Moments. Seit Stewart Island vermehren sich meine Stiche am Körper mal wieder in exorbitanter Höhe - hatte ich doch glatt vergessen, wie nervig diese Biester sein können.

Etwas traurig, ob des nahenden Abschiedes von Jörn, fuhren wir wissend aus unserer "Sonnenzone" ins Regengebiet, zurück Richtung Ostküste.
Kein schönes Gefühl zu wissen, dass einen nun wieder das olle Herbstwetter des restlichen Neuseelandes ereilen wird.
Trotzdem durchfuhren wir einmal mehr atemberaubende Landschaften. Mal wieder viele neue Bilder und Eindrücke.
Immer wieder überrascht es mich, dass ich noch in der Lage bin, Neues zu sehen... Es gibt immer noch mehr und noch andere landschaftliche Panoramablicke..
Ich kann nicht alles fotografieren und ich weiß, dass ich Vieles vergessen werde. Das macht mich etwas traurig. Fotos helfen, zu erinnern. Wenn dann keine Fotos da sind, verblassen die Erinnerungen. Das Wissen darum, dass ich nicht jeden Eindruck in meinem Gedächtnis halten und speichern kann, macht mich traurig, weil jeder einzelne Moment es wert wäre, auf Knopfdruck abrufbar zu sein. Aber so ist es wohl mit dem Vergessen insgesamt... Fluch und Segen zugleich ...