Dienstag, 6. Juli 2010

Zurück in Auckland

Da auch der heutige Tag mehr als regnerisch begann, beschlossen wir, zurück nach Auckland zu fahren. Außer ein paar Strände verpassten wir zwischendurch nicht so viel, sodass uns die Entscheidung leicht viel.
Spontan entschieden wir, noch Carina am Flughafen zu verabschieden. Für sie beginnt heute ihre Zeit in Australien, (ich werde sie ja in 2 Wochen dort treffen) bevor sie im September zurück kommt nach Neuseeland. Eigentlich wollten wir Carina ganz unvermittelt überraschen, da es aber zeitlich so knapp wurde, mußten wir uns vorher telefonisch ankündigen. Letztlich hatten wir dann eine knappe halbe Stunde zusammen und wir drei waren so überglücklich, uns ein letztes Mal gemeinsam in Neuseeland zu sehen. Das nächste Mal wird dann erst wieder in Deutschland sein.

Die beiden kommenden Tage werden wir nun ganz gemütlich in Auckland verbringen, wobei zur Überlegung steht, bei schönem Wetter nochmal an die Westküste an 2 Strände zu fahren. Einer davon war damals im November mein erstes Ausflugsziel in meiner Aucklandzeit.

Ja, die Sentimentalitäten wachsen und gemeinsam mit Susi erlebte ich eine Achterbahnfahrt der Gedanken. Gestern war meine letzte Nacht im Van und wir beide haben eine gefühlte Ewigkeit in unseren Schlafsäcken gelegen und über das philosophiert was war und was kommen wird.
Dass es Carina ähnlich ging - unabhängig von uns beiden gerade - erfuhren wir, als sie mir prompt in jenen Augenblicken folgende SMS geschrieben hat:

"Die vorerst letzte Nacht in NZ lässt meine Gedanken kreisen. Wo war ich überall? Was hab ich gesehen und was gemacht? Und vor allem ... wen hab ich kennengelernt? Da gibt es eigentlich nur die zwei, die mir wirklich tief in Erinnerung sind und bleiben werden :o) ... Mädels, ich wollte euch noch unbedingt sagen, dass ich sehr froh bin, euch getroffen zu haben. Wir haben eine Zeit zusammen erlebt, die ich nur mit euch teilen kann. in diesem sinne: ich freu mich auf ein Widersehen zu dritt in Good Old Germany mit Pavlova, Porridge mit Pflaumenkompott und gern auch ein Schokofrapuccino. Dazu hätte ich dann gern alle Geschichten wie aus dem Plauderkästchen erzählt. Außerdem können wir uns gegenseitig mit neuen Klamotten überraschen. Keine rote Wofskin Jacke ... keine schwarzen Turnschuhe ... und keine lila-graue Sweatshirt Jacke. Dafür dann auch wieder top-moderen Frisuren :o) ... Vermissen werde ich die Zeit garantiert und ich werde immer froh sein, dass ich sie erlebt hab ... zusammen mit euch! Dicke Umarmung, Carina
PS: Ob wir unsere Besuchstour im nördlichen Hamburg, östlichen Berlin oder südlichen München beginnen, können wir ja im Jahr 2011 sehen. Das Jahr 2010 ist das Reisejahr und das Jahr 2011 das Besuchsjahr."

Carina, verzeih mir, dass ich diese SMS hier festhalte, aber sie traf so genau auch mein Empfinden, dass ich sie unmöglich löschen oder mit meiner SIM-Karte in Neuseeland lassen kann...


Montag, 5. Juli 2010

Bay of Islands

Nach dem gestrigen Regentag war es heute nur unwesentlich besser.
Wir entschieden dennoch weiter zu fahren. Über Waitangi (hier wurde der "Vertrag von Waitangi" unterzeichnet, der Neuseeland die Zugehörigkeit zu Großbritanien bescherte) und Paihia ging es mit der Fähre nach Russel und von von dort aus weiter südwärts nach Whangarei.
Die ansich wunderschöne Bay of Islands erlebte ich damit in regnerischem Grau und ich konnte somit dem angeblichen Charme dieser Region nicht viel abgewinnen.
Nun gut. Ich tröstete mich damit, dass es letztlich auch "nur" Strände sind, die ich bisher ja schon im gesamten Land zur Genüge gesehen habe. Besser jetzt das Mistwetter, als die Tage zuvor. Nach dem heutigen Nachmittag in Whangarei und dem leckersten Sushi meines Lebens, werden wir morgen wohl nach Auckland zurück fahren. Das Wetter ist sehr wechselhaft angesagt, sodass wir die vielen Strände und Naturparks auf der Strecke in Richtung Auckland wohl nicht extra ansteuern werden, was unsere Tour damit um 1-2 Tage verkürzt. Ich finde es jetzt nicht so schlimm, da ich so noch ein paar Tage für Auckland habe.

Am Freitag gebe ich ja dann mein Auto ab und am Samstag ganz in der Früh gehts zum Flughafen.

Sonntag, 4. Juli 2010

Regentag - Tag zum Luft holen

Heute nun erreicht uns der lang angekündigte Regen...
Er fällt sinnflutartig auf uns hernieder, sodass wir den Tag nur damit verbringen können, innerhalb geschlossener Räumlichkeiten zu bleiben.

Da im Örtchen Paihia im Regen nicht viel los ist, fahren wir nochmal in das etwas größere Kerikeri.
Ich nutze das Internet in der hiesigen Bibliothek dazu, in die letzten 4 Blogeinträge die Fotoalben hochzuladen.
Wer also Bilder schauen will, sollte die Einträge nochmal zurück klicken...

Nachher wollen wir noch in ein Cafè und uns 2 Schokoladenfabriken ansehen (und sicher auch kosten.. ;o)
Morgen gehts dann hoffentlich ohne so viel olles Nass weiter...

Samstag, 3. Juli 2010

90 Mile Beach - Karikari Peninsula

Nach dem wohl wärmsten Tag seit Langem, stand uns die kälteste Nacht seit Langem bevor...
Ausgerechnet hier erwischten wir einen Campground ohne Aufenthaltsraum und Sitzmöglichkeiten in der Küche, sodass wir unser Abendessen im Stockdunkeln dick eingepackt im Freien verzehren mußten. Wir waren hungrig, somit war die Gemüsepfanne schnell in unseren Mägen verschwunden und hatte kaum Zeit, kalt zu werden. Den Frühstücksporrigeverzehr verlegten wir dann aber doch ins Auto...

Heiß geduscht und gut gesättigt, ging es zum Strandzugang des 90 Mile Beach.
Endlich hatten wir einen gefunden und holperten uns die 10km Gravel Road mutig vorran.
Und ich sage euch, es hat sich gelohnt...
Ich konnte direkt mit dem Auto auf den Strand fahren. Der Sand war so fest, dass selbst ich in meiner "Auto-Kaputt-geh-kurz-vor-Rückverkauf-Panik" keinerlei Bedenken hatte. Es war unglaublich... schreiend und jauchzent drehten wir eine Kurve nach der anderen und fühlten uns wie Rennfahrer am Strand... wir stürmten aus dem Auto und jubelten um die Wette ob des genialen Gefühls in dem Moment....
Ein Gefühl der absoluten Freiheit... nur Meer und Strand so weit das Auge reicht.. nach links und nach rechts...
Die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel und Susi und ich fühlten uns förmlich mitten in Selbigem.
Es war einfach toll und wir waren nur begeistert.
Theoretisch hätte ich die 40km bis Kaitaia am Strand entlang fahren können, so wie es auch einige Andere mit ihren dann doch eher Jeep-artigen Autos taten, dort gab es dann den nächsten Strandzugang. Allerdings siegte dann doch meine Vernunft - ich wollte mich dann doch nicht mit der Tide oder eventuellem weicheren Sand anlegen, sodass wir uns doch für die konventionelle Rückfahrt auf dem Highway entschlossen.

Geradewegs steuerten wir dann die Karikari Peninsula an (eine Halbinsel an der Ostküste). Dort sollte es mehrere tolle Strände und Buchten geben, was uns bei dem Traumwetter Grund geung schien, einen Abstecher dorthin zu machen. Und es lohnte sich einmal mehr, siehe Fotos.
Wir waren im Paradis, einmal mehr - ganz sicher!!!

Von dort aus ging es dann die Ostküste weiter hinab, über Kirikiri direkt nach Paihia.
Hier sind wir nun auf einem Campground mit Aufenthaltsraum und Küche zum sitzen.
Die letzten Tage haben mich ganz schön geflashed.
Während meiner letzten Reisezeit hatte ich ja doch zumeist ziemliches Pech mit dem Wetter.
Dass es diesmal nun von Anfang an und bis hierher derart tolles Wetter werden könnte, hab ich mir nicht in meinen kühnsten Träumen vorstellen können.
Für mich ein wahrlich traumhafter Abschied aus dem Land, dass mir meinen Traum von Freiheit erfüllt hat.
Eine Woche darf ich ihn noch leben... eine Woche von 8,5 Monaten...


90 Mile Beach II und Karikari Peninsula

Cape Reinga

Heute nun erreichten wir sie - die Nordspitze Neuseelands ... naja, zumindest fast - also die touristische Nordspitze: Cape Reinga
Erwacht bei abermals strahlendem Sonnenschein starten wir bereits kurz nach 9 vom Campground, um möglichst viel vom Tag zu haben.
Die Wettervorhersage vor ein paar Tagen prognostizierte sinnflutartige Regenmengen, sodass wir uns, gelinde ausgedrückt, etwas wie auf der Flucht fühlten..
Schnell Tanken, schnell im Supermarkt des Vertrauens (Bye, bye "Pack'n Save") Nahrungsmittelvorräte auffüllen, schnell zur Post, Brief abschicken, schnell zur Bank, Kontostand checken ... und dann geradewegs geradeaus zum Ende des Landes - bitte mit blauem Himmel und Sonne ....

Die Straße führt auf einer (ich stellte sie mir schmaler und weniger kurvig vor -) Landzunge in Sackgassenform zum Cape Reinga.
Gute 100 Kilometer eine Strecke vom Ausgagspunkt der Landzunge. Linksseitig befindet sich dabei der 90 Mile Beach (den man, mit einem geeigneten Auto, auch als Rückfahrtstraße verwenden kann) und rechtsseitig verschieden Bays, Buchten und Strände. Die Landschaft ist geprägt von sattem Grün, Schafen und Kühen - und unendlichem Hügelland, so weit das Auge reicht in sämtliche Richtungen. Unmengen von Platz tuen sich auf, wo man ganze Stadtstaaten errichten könnte....
Die Strände rechts- und linksseitig sieht man während der Fahrt nicht bzw. kaum. Dazu ist die Landzunge zu breit.
Ich erwartete zudem die Möglichkeit, immer wieder nach links auf den 90 Mile Beach abbiegen zu können. Ein Versuch dahin gehend endete nach etlichen Kilometern Gravel Road in einer Sackgasse..

Schließlich erreichten wir Cape Reinga und machten uns auf, zu unserem letzten Neuseelandhighlight, dem Leuchtturm.
Immer wieder mit Tränen in den Augen sahen wir uns um und konnten beide kaum fassen, dass das nun das Ende sein soll.
Es war mehr als symbolisch - das Ende des Landes - Neuseeland lag uns zu Füßen - und das Ende meiner Reise.
Nunmehr eine Woche habe ich noch und unendlicher Wehmut überkam mich.
Nur schwer konnte ich unterdrücken, dass mir Tränen aus den Augen kullern, so umwerfend waren diese Momente für mich.
Es war fast ein Gefühl von Ohmacht, die mich überkam und von Sprachlosigkeit..

Wir ließen uns viel Zeit und genossen die Sonne und die Ausblicke auf die hügelige Landschaft, die fast rundum ins Meer tauchte, ausgibig.
Anschließend ging es in die Dünen des 90 Mile Beaches, welche bekannt sind, für das legendäre Sandsurfen.
Leider war der Sand relativ feucht, sodass wir nicht wirklich rutschen konnten. Dafür kraxelten wir in der surreal wirkenden Dünenlandschaft auf und ab und fühlten uns wie im Tunesien-Urlaub.
Die Sonne hielt und da wir das Unterfangen, den 90 Mile Beach von der Straße aus mit einer Stichstraße zu erreichen, aufgaben, bogen wir in die entgegengesetzte Richtung ab, um dort den Strand zu begutachten und unsere Füße vom kühlen Nass umspühlen zu lassen. Es war herlich ... wir fühlten uns wie im Sommer ... Traumwetter.. und ein unvergesslicher Tag.


Cape Reinga

Freitag, 2. Juli 2010

Und immer weiter Richtung Norden...

Der Mittwoch begann frühlingshaft mild und bei strahlend blauem Himmel.
Auf unserem Weg nordwärts zog es leider etwas zu. Da aber ohnehin zuerst der Kauri Forrest Park auf dem Programm stand, störte der graue Himmel mit dem vereinzelten Regentropfen nicht all zu sehr. Das dichte Blätterdach des Regenwaldes schütze uns vor dem verhassten Nass. So sahen wir uns auf ein paar kleinen Bushwalkes den größten und zweitgrößten Kauri Baum an, sowie die "Four Sisters" - vier, am Stam zusammengewachsende Kauri Bäume. Ganz schön wuchtige Teile, die aber leider recht weiträumig abgezäunt waren, sodass man nicht wirklich ein Gefühl für die gewaltige Größe entwickeln konnte.
Kauri Forrest


Weiter Richtung Norden passierten wir kurz vor einer kleinen Autofähre, einen phantastischen Lookout.
Namentlich kann ich diese Localtität nicht näher benennen, aber aufgrund des roten und trockenen Bodens, fühlte ich mich Australien ganz nahe....
Es war so eine fantastische Aussicht, bei inzwischen wieder aufgerissenem Himmel und strahlender Sonne.
Leuchtendes Blau des Meeres und des Himmels, das Rot des Bodens und das Grün der Gräser dominierten die beeindruckende Kulisse. Im Hintergrund dühnenartige Hügel, deren Ursprung wir irgendwie nicht so ganz zuordnen konnten. Es sah auf jeden Fall überwältigend aus und Susi und ich strahlten mal wieder um die Wette mit der Sonne, die unsere Nasenspitzen kitzelte.
Lookout


Weiter ging es durch mehr oder weniger hohe bergig-grüne Landschaft des Northlandes.
Viele Kurven, Blicke auf das Meer, einsame Farmen ... Neuseelandseufzstimmung...
Fahrtenbilder nordwärts


Am späten Nachmittag erreichen wir dann auch unseren Campground des Tages, am südlichen Zipfel des 90 Mile Beachs in Ahipara.
Natürlich mußte der Strand gleich gebührend begrüßt werden und wir erwischen sogar fast den Sonnenuntergang... naja, die Wolken am Horrizont waren leider etwas schneller...

90 Mile Beach

Weg nordwärts...

Seit Dienstag sind Susi und ich nun unterwegs zur Nordspitze der Nordinsel.
Wir fahren durchs Northland.

Auf dem Weg dorthin ging es zuerst auf die Halbinsel Whangaparoa - eine gute Stunde nördlich von Auckland - wo wir Nina trafen.
Auckland - Whangaparoa


Gemeinsam stellten wir fest, dass auch Nina im selben Hostel wohnte, wie ich und wie Susi und wie auch Carina.
Wir alle wohnten unabhängig von einander zu verschiedenen Zeiten dort und wir alle schliefen in dem gleichen Zimmer in dem selben Bett...
Und es wäre jetzt nicht so, als hätte Auckland nur ein Hostel... Schon sehr witzig...
Mit Nina werde ich in 2 Wochen den "Indian Pacifik" von Sydney nach Perth fahren.
Ihre letzten Tage in Neuseeland verbringt sie wwoofend in einer Schokoladenfabrik und wir nutzten die Gelegenheit, uns noch ein letztes Mal in Neuseeland zu sehen ... gemeinsam über Erinnerungen zu lachen und voller Kribbeln im Bauch, über die Herausforderung unserer 3-tägigen Australienzugfahrt zu philosophieren...
Mit einem Seufzen verabschiedeten wir uns, wohl wissend, dass wir in 14 Tagen um diese Zeit in Perth angekommen sein werden...

Dann hieß es für mich, seit einer ganzen Weile, meinen Van wieder mit jemandem zu teilen.
Wobei Susi ja nicht "irgend jemand", sondern eben Susi ist - und mit ihr teile ich natürlich gerne alles :o)
So wurde der Abend erwartungsgemäß lang und wir quatschten und lachten eine Ewigkeit gemeinsam in unseren Schlafsäcken.
Auch das sind so Momente, an die ich noch oft denken werde... kleine Puzzleteilchen im großen Ganzen ...

Am Mittwoch ging es dann in den Shakespear Regionalpark, der an der Spitze der Whangaparoa Halbinsel liegt.
Whangaparoa Sheakspear Regional Park


Ein wunderschöner Park (also eher eine Art Naturreservat) ... jede Menge Buchten, Meer, grüne Hügel, Blick auf Aucklands Skyline in weiter Ferne und dazu traumhafter Sonnenschein. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen kompletten so sonnigen und warmen Tag hatte. Es fühlt sich eine Ewigkeit her an...
Wir genossen "unser Neuseeland" - unsere lang ersehnte Reisezeit zusammen...
Mit Susi verbindet mich die Besonderheit, dass wir uns über ein Neuseelandforum kennenlernten.
Ich besuchte sie dann bereits 2 Mal in München, wo wir voller Erwartungen und Vorfreuden auf die kommende Zeit in Neuseeland blickten.
Dann waren wir plötzlich beide hier, unsere Wege kreuzten sich immer wieder, aber richtig lange klappte eine gemeinsame Reise schließlich nie, sodass wir es nun sehr genießen, so kurz vor Schluß noch diese 2 Wochen miteinander zu haben. Auch für Susi geht Neuseeland Anfang August zu Ende. Damit verbinden uns die gleichen Abschiedsgefühle und die selben Gedanken bezüglich der bevorstehenden Rückkehr in den deutschen Alltag. Wie beide wollen nicht und fragen uns, wo die Monate geblieben sind....
Ein toller Tag liegt hinter uns und wir klopfen auf Holz, dass das Wetter hält...